Wandern mit kleinem Hund – ein Vorbereitungsleitfaden


Unabhängig von der Grösse deines Hundes ist es wahrscheinlich für jeden Hundebesitzer klar, dass er täglich ein gewisses Mass an körperlicher Bewegung braucht. Aber wie viel ist zu viel? Und wie lange kann ein kleiner Hund tatsächlich wandern? Kann ich mit ihm tagelange Wanderungen unternehmen? Wenn du ein Outdoor-Liebhaber wie ich bist, hast du dir diese Fragen vielleicht schon einmal gestellt.

Als mein Zwergpudel Baloo etwa ein Jahr alt war, begann ich mich zu fragen, ob ich ihn auch auf längere Wanderungen oder sogar auf Bergtouren mitnehmen könnte. Da er ein sehr energischer Hund ist, dachte ich, es wäre einfach schade, wenn er immer zu Hause bleiben müsste, wenn ich auf eine ein- oder gar mehrtägige Wanderung gehen würde.

Zur Überraschung vieler Menschen ist das Wandern mit einem kleinen Hund durchaus möglich. Wenn einige Vorsichtsmassnahmen getroffen werden, ist es für einen kleinen Hund kein Problem, mehrere Stunden pro Tag zu wandern. Die Wanderung sollte jedoch nicht mehr als 5 oder 6 Stunden an einem Tag dauern. 

Wie bringst du deinen Hund dazu, dies zu tun? Hier ist ein Vorbereitungsleitfaden für den Anfang.

Wenn du damit fertig bist, sieh dir unbedingt meinen vollständigen Leitfaden für Wanderungen mit einem kleinen Hund für Anfänger an. Dort gehe ich alles durch, woran du denken musst, um mit deinem kleinen Liebling auf eine Wanderung zu gehen!

Kenne die Fähigkeiten deines Hundes

Anmerkung: Im Allgemeinen gibt es keinen grossen Unterschied zwischen einem kleinen oder einem grossen Hund. Bei Hunden grosser Rassen musst du möglicherweise an Gelenkprobleme denken, so dass der kleine Hund vielleicht sogar längere Spaziergänge machen kann.

Nicht jeder Hund wird in der Lage oder willens sein, mit dir Wanderungen zu unternehmen. Um herauszufinden, ob dein Hund der Typ für eine Wanderung ist, gibt es ein paar Richtlinien, die du befolgen solltest:

1. Alter und Gesundheit

Wenn dein Hund unter 1 Jahr alt ist, ist er noch nicht bereit für längere Wanderungen oder Trekkings. Als Faustregel gilt, dass ein Welpe in seinem ersten Lebensjahr jeweils 5 Minuten pro Lebensmonat spazieren gehen darf (dies gilt für Hunde kleiner Rassen). Bis dahin sind seine Knochen und Gelenke noch relativ weich und längere Spaziergänge können seiner Gesundheit schaden. Wenn dein Hund gerade ca. 1 Jahr alt ist, solltest du es mit dem Wandertraining trotzdem nicht überstürzen. Beginne langsam mit der Vorbereitung (siehe unten), und wenn er etwa 1,5 Jahre alt ist, sollte es in Ordnung sein, eine erste ganztägige Wanderung zu unternehmen.

Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wie man einen Welpen auf das Wandern vorbereitet, lies hier meinen Artikel über die 10 Dinge, die du vor dem Wandern mit einem Welpen wissen musst.

Andererseits wird dein Hund, wenn er über 10 Jahre alt ist, wahrscheinlich auch nicht mehr in der Lage sein, so lange Spaziergänge zu unternehmen.

2. Rassen

Einige Rassen sind körperlich nicht in der Lage, bei Wanderungen oder anderen anspruchsvollen Übungen mitzuhalten. Zum Beispiel haben Rassen mit einer flachen Schnauze (z.B. Französische Bulldoggen oder Möpse) kürzere Atemwege, was dazu führen kann, dass sie sich sehr schnell überhitzen. Im Allgemeinen wird diesen Rassen empfohlen, jeweils nur 30 Minuten zu laufen. Sehr kleine Rassen wie Chihuahuas und Pekinese werden wahrscheinlich auch nicht in der Lage sein, mehrere Stunden lang zu laufen, weil ihnen die Muskelstruktur fehlt, die für anspruchsvolle Spaziergänge erforderlich ist. Und schliesslich brauchen auch Hunde mit kurzen Beinen und langem Rücken (z.B. Dackel) besondere Aufmerksamkeit, weil das Überwinden von Hindernissen oder das Abspringen den Rücken erheblich verletzen kann.

Es gibt jedoch immer wieder Ausnahmen. Vor allem, wenn dein Hund ein Mischling ist, ist es sehr gut möglich, dass er mit Wanderungen bestens zurechtkommt.

Auf der anderen Seite sind Terrier im Allgemeinen sehr aktive und energische Hunde, die gerne mit dir stundenlange Wanderungen unternehmen. Dasselbe gilt für Pudel, Corgis und natürlich Shetland-Schäferhunde. Sieh dir meine Liste der 7 besten aktiven Kleinrassenhunde an.

3.  Persönlichkeit

Genau wie Menschen mag nicht jeder Welpe lange Spaziergänge. Manche sind Stubenhocker und bleiben einfach lieber drinnen, schlafen und kuscheln.

Wenn du dir noch nicht sicher bist, ob dein Hund zum Wandern geeignet ist oder nicht, beginne einfach mit den Schritten 1 und 2 der Vorbereitung. So wirst du es sicher herausfinden.

Vorbereitung

Schritt 1: Frage deinen Tierarzt

Bevor du eine längere Wanderung oder Trekking-Tour planst, frage bitte rechtzeitig deinen Tierarzt. Er kann einen Gesundheitscheck durchführen und dir sagen, ob dein kleiner Hund körperlich in der Lage ist, eine Wanderung zu unternehmen oder nicht. Er kann dir auch dabei helfen, einen Trainingsplan aufzustellen, wenn dein Welpe noch jung oder nicht an lange Spaziergänge gewöhnt ist.

Bitte beachte, dass dieser Beitrag nur als Richtlinie dient. Um die Fähigkeiten deines Hundes zu bestätigen, besprich dich bitte immer mit deinem Tierarzt!

Schritt 2: Übung

Ausdauer aufbauen

Genau wie der Mensch muss auch dein Hund in Form kommen. Wenn er es gewohnt ist, jeweils nur etwa 30 Minuten am Stück zu laufen, wird es ihm auf einer mehrstündigen Wanderung schwer fallen. Beginne also mit etwas längeren Spaziergängen, täglich eine Stunde, dann an bestimmten Wochentagen zwei oder drei Stunden. Irgendwann wird dein Hund auch bei mehrstündigen Spaziergängen keine Probleme haben, mit dir Schritt zu halten. Dann kannst du den nächsten Schritt vollziehen: schwierigeres Gelände. Nimm also einfach die gleiche Länge der ausgedehnten Spaziergänge, die du bisher in flachem Gelände gemacht haben, und gehe in ein etwas steileres oder steinigeres Gelände.

Wenn dein Hund daran gewöhnt ist, 3 Stunden oder mehr in anstrengendem Gelände zu wandern, sollte es kein Problem sein, ihn auch auf eine mehrtägige Wanderung mitzunehmen. Denk aber daran, dass dein Hund stetige Übung braucht. Wenn du regelmässig wandern gehen willst, dann mache auch regelmässig kürzere (stündliche) Übungsspaziergänge auf unterschiedlichem Gelände.

Hinweis: Einige Hunde sind von ihrer Rasse her fitter als andere. Zwergpudel zum Beispiel können mehrstündige Wanderungen ohne viel Bewegung machen, weil sie ständig so voller Energie sind. Auf Wanderungen sind sie froh, wenn sie sie endlich nutzen können. Mein Pudel Baloo kann leicht auf eine 5-stündige Wanderung kommen und die ganze Zeit auf und ab laufen und abends noch Energie haben. Andere brauchen vielleicht etwas mehr Übung.

Hindernisse überwinden

Eine weitere wichtige Vorbereitungsübung besteht darin, das Überwinden von Hindernissen mit deinem Hund zu üben, wie z.B. das Gehen über verschiedene Objekte (Felsbrocken, Rampen oder Brücken), das Springen über Baumstämme etc. oder das Gehen auf kleinen Pfaden. Idealerweise kannst du das Überwinden von Hindernissen bereits in deiner Hundeschule trainieren. Falls nicht, ist auch Agility-Training eine gute Möglichkeit zum Üben. Wenn dein Hund ein eher schüchterner Genosse ist, fang einfach damit an, durch den Wald zu laufen und versuche, jedes Hindernis zu überwinden, bis dein Hund es mit Leichtigkeit meistert.

Bitte respektiere dabei immer die Fähigkeiten deines Hundes und zwinge ihn nicht. Wenn du deinen pelzigen Freund mitnehmen möchtest, auch wenn er nicht zu den begnadeten Wanderern gehört, ist ein Hunderucksack die perfekte Lösung für dichl

Es ist wichtig zu beachten, dass viele Hunde nicht stoppen, wenn sie erschöpft sind, sondern weiter versuchen werden, mit dir Schritt zu halten. Achte deshalb auf Anzeichen von Müdigkeit, wie z.B. übermässiges Hecheln, wackelige Beine oder wenn sie weit hinter dir sind. Ziehe in diesem Fall in Betracht, mehr oder längere Pausen einzulegen oder ihn einfach eine Weile im Rucksack zu tragen.

Schritt 3: Ernährung 

Da dein Hund während einer Wanderung sehr viel Energie verbraucht, ist es wichtig, das richtige Futter dabei zu haben, damit er seine Batterien wieder auffüllen kann. Bitte frage auch hier deinen Tierarzt nach der richtigen Art und Menge des Futters für Wanderungen.

Natürlich solltest du auch immer genügend Wasser für dich und deinen Fido dabei haben, vor allem an wärmeren Tagen. Mir gefallen die faltbaren Näpfe für sehr gut. Sie sind so praktisch, leicht und brauchen nicht viel Platz.

Schritt 4: Gehorsamkeitstraining

Bevor du auf eine Wanderung gehen kannst, ist es wichtig, dass dein Hund einige grundlegende Kommandos kennt. Auch wenn dein Hund auf vielen Wegen an der Leine geführt werden muss, ist es mir viel lieber, wenn er ohne Leine gehen kann. Auf diese Weise kann er herumschnüffeln, wo immer er will, und in seinem eigenen Tempo gehen. Wo Wandern ohne Leine möglich ist, ist es entscheidend, dass dein Hund einige grundlegende Kommandos kennt wie “Komm “, “Sitz”, “Platz”, “Bleib” und “Bei Fuss”. Diese Kommandos sollten bei Spaziergängen geübt werden, bevor du dich auf eine Wanderung begibst.

Wenn du deinen Hund von der Leine lassen möchtest, sieh dir unbedingt meinen Vorbereitungsleitfaden zum Wandern mit einem Hund ohne Leine an.

Und auch wenn er an der Leine geht, ist es viel angenehmer, wenn er weiss, wie er sich zu verhalten hat. Besonders bei kleinen Hunden wird das Gehorsamstraining manchmal vernachlässigt. Wenn du vorhast, deinen pelzigen Freund auf deine Abenteuer wie Wandern mitzunehmen, empfehle ich dir dringend, mit dem Training besser heute als morgen zu beginnen!

Schritt 5: Wähle den richtigen Weg und die richtige Zeit

Wenn dein Hund mittelmässig aktiv ist, ist es wahrscheinlich besser, einen weniger anspruchsvollen Trail zu wählen. Wenn du einen superaktiven Hund wie Baloo hast, kannst du ohne Probleme mit ihm in die Berge wandern gehen. Wir sind bei zahlreichen Gelegenheiten in den Bergen gewandert, und glaub mir, er ist viel schneller als ich, klettert und springt über Felsen und Felsbrocken, als ob es nichts wäre.

Eine weitere wichtige Tatsache, die es zu berücksichtigen gilt, ist das Wetter. Im Sommer ist es normalerweise in Ordnung, in den Bergen zu wandern, weil es viel kühler ist. Wenn es über 25° Celcius ist und die Sonne scheint, kann sich dein Hund schnell überhitzen. Gehe dann also möglichst viel im Schatten (zum Beispiel im Wald) spazieren, mach genügend Pausen und lass deinen Hund oft trinken.

In der kälteren Jahreszeit musst aufpassen, dass ihm nicht zu kalt wird. Er sollte niemals zittern. Wenn du an einem Regen- oder Schneetag eine Wanderung planst, nimmst du am besten eine Hundejacke für deinen kleinen Hund mit.

Welche Erfahrungen hast du gemacht? Wie lange kann dein Hund wandern oder spazieren gehen? Wird er sehr schnell müde oder springt er herum wie ein Känguru?

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